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Von Heinersdorf nach Namibia


Beitrag 04.06.2014 22:50

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Von Heinersdorf nach Namibia

Heinersdorf (MOZ) Der Koffer ist gepackt, das Ticket lĂ€ngst besorgt - es kann losgehen. Heute Abend fliegt Kerstin Neitsch aus Heinersdorf ins ostafrikanische Namibia. In der Hauptstadt Windhoek wird sie fĂŒr zwei Jahre in einer deutschsprachigen Kita arbeiten.
Gute Reise: Die Hortkinder ĂŒbergaben Kerstin Neitsch am Dienstag in der Gemeindebibliothek ein Abschiedsgeschenk.

Gute Reise: Die Hortkinder ĂŒbergaben Kerstin Neitsch am Dienstag in der Gemeindebibliothek ein Abschiedsgeschenk.

© Cornelia Link

"Ich habe vor anderthalb Jahren im Internet die Anzeige gefunden, dass Kita-Erzieher in der einstigen deutschen Kolonie Namibia gesucht werden und mich beworben." 140 Schulen gebe es im Ausland, die mit RahmenplĂ€nen verschiedener BundeslĂ€nder arbeiten. "Wer dort seinen Abschluss macht, kann in Deutschland weiterlernen und studieren", sagt sie. Die meisten Schulen hĂ€tten Kitas, wo Muttersprachler arbeiten. Wer seine Kinder in Namibia in eine solche Kita bringe, das seien meist GeschĂ€ftsleute, Botschafter, Patchwork-Familien und Einheimische, die sich fĂŒr ihren Nachwuchs dadurch bessere Chancen in Europa ausrechnen.

Arbeiten wird sie in der Hauptstadt Windhoek als Angestellte der Deutschen Höheren Privatschule (DHPS). Dort gebe es allein 1000 Kinder. Wie viele sie kĂŒnftig in der Kita betreuen wird, weiß sie noch nicht. Wohl aber, dass es am heutigen Mittwoch losgeht. "Ich fliege am Abend von Berlin nach Katar, dann nach Johannisburg und bin Donnerstagabend in Windhoek." Das liege mehr als 8200 Kilometer Luftlinie weg von Heinersdorf. "Am Freitag ist schon mein erster Arbeitstag, ich werde mir erst einmal alles genau ansehen."

Sprachprobleme befĂŒrchtet sie nicht. Ihr Schul-Englisch werde reichen, dazu werde Afrikaans gesprochen und Deutsch. "Ich rede mich dann da schon rein", ist sie zuversichtlich. Klar ist ihr aber, sie kommt in ein Land, wo gerade Winter ist. "20 Grad, nicht schlecht", lacht sie. Die Kinder werden immer werktags bis zum Mittag betreut. "In der Kita wird nur deutsch gesprochen, mein Englisch brauche ich fĂŒr ElterngesprĂ€che oder um mich im Alltag zurecht zu finden." Auch wenn es finanziell im Vergleich zu Deutschland weniger Geld geben wird, seien die Kosten in Namibia viel geringer und sie darf eine möblierte Wohnung auf dem Campus nutzen. Besteht die 54-JĂ€hrige die sechs monatige Probezeit, wird die Arbeitszeit sogar auf zwei Jahre verlĂ€ngert. "Das ist mein Ziel. Das erste Jahr werde ich sparen und mir die Hauptstadt ansehen und im zweiten Jahr dann viel reisen, will mir die Naturparks und WasserfĂ€lle ansehen."

Was sagt die Familie? "Sowohl meine Tochter Elisa als auch mein Sohn Micha begrĂŒĂŸen meinen Schritt. Zum GlĂŒck gibts ja Internet und Skype zum Telefonieren und im Dezember komme ich auf Urlaub her", sagt die Alleinerziehende und betont, den Schritt jetzt habe sie ganz bewusst gewĂ€hlt. "Die Kinder sind erwachsen und aus dem Haus, ich fĂŒhle mich fit und sehe die zwei Jahre Ausland als Chance und Herausforderung an."

Über 26 Jahre hatte die gebĂŒrtige Lausitzerin zuvor in der Gemeinde Steinhöfel gearbeitet. Nach ihrer Erzieher-Fachschule war sie ab 1982 an der Berufsschule in Heinersdorf, dann im Hort und Kita in Beerfelde und Heinersdorf beschĂ€ftigt. "Es ist keine Flucht aus der Gemeinde, ich lebe sehr gern in Heinersdorf, es gibt hier viele großartige Leute und komme garantiert wieder, behalte auch meine Wohnung und mein Auto." Das erklĂ€rte sie auch den Hortkindern, die ihr am Dienstag zur Erinnerung ein Afrika-Karte mit vielen Passfotos in der Gemeindebibliothek ĂŒberreichen. Diese leitete Kerstin Neitsch lange ehrenamtlich, nun ĂŒbernehmen es Annette DrĂ€ger und Neitschs Tochter Elisa.

"Als uns Anfang der 2000er Jahre die Wohnung ausbrannte, erfuhren wir in Heinersdorf viel Hilfe. Auch jetzt wĂŒnschten mir viele eine gute Reise", sagt sie gerĂŒhrt. Weniger vermissen wird sie BĂŒrgermeisterin Renate Wels. "Sie hat einen Kontrollzwang, ich wurde gemobbt, vor den Eltern bloßgestellt und stand auf ihrer Abschuss-Liste." Daher hatte sie zum Jahresende gekĂŒndigt, ging zur DRK-Kita nach Seelow. Jetzt blickt sie einfach nur nach vorn. "Ich freue mich auf Namibia."


Liebe Kerstin getreu Deinem Motto

"TrÀume nicht Dein Leben, sondern Lebe Deinen Traum",

so hab ich Dich Kennengelert. Ich wĂŒnsche Dir eine gute Zeit! Und zieh den Hut vor Deinem Mut.


BeitrÀge: 1
Habe gerade bemerkt, dass alle Kommentare in der MOZ-online gelöscht wurden. Zuletzt waren es 34. Es wurde Ă€ußerst kontrovers diskutiert.
Einige hatte ich kopiert, um sie jemanden zu schicken. Diese paar geretteten stelle ich nun hier rein. Leider sind diejenigen verloren gegangen, die die Meinung vertraten, Frau Neitsch hÀtte ihre Möglichkeiten nicht ausgeschöpft, ihre Probleme zu lösen, sie hÀtte z.B. das GesprÀch mit dem Arbeitgeber suchen können, statt spÀter "nachzutreten" usw.

MitfĂŒhlender:
Sehr geehrter Werner Kaldrich,
sie schrieben: "von Mobbing habe ich keine Ahnung.
-Denn in meiner Firma gibt es kein Mobbing,
-dafĂŒr eine Personalvertretung, die einen ausgezeichneten Job macht.“
Meine Anmerkungen
-zum fehlenden Mobbing: Genießen Sie Ihre Situation und seien Sie vorsichtig mit dem Verurteilen der weniger GlĂŒcklichen.
- zur ausgezeichnet arbeitenden Personalvertretung: Die hatte Steinhöfel auch. Mit 3 Mitgliedern: Eine trat im letzten Jahr zurĂŒck, die zweite ist seit 8 Monaten Burnout-krankgeschrieben und die Dritte (Personalratsvorsitzende) war Frau Neitsch. Die ihren Job so ausgezeichnet machte, dass sie Mitarbeiter sogar vor Gericht vertrat. In einem Fall wurde durch ihre Aussage in einer öffentlichen Verhandlung wurde belegt, dass Frau Wels die Unwahrheit gesagt hat und die betroffene Mitarbeiterin behielt ihren Job. Und wurde strafversetzt, damit der Sieg nicht zu sehr genossen wird! Können Sie sich vorstellen, wie sich das Arbeitsklima fĂŒr Frau Neitsch Ă€nderte? NatĂŒrlich können Sie das nicht. Sie haben ja “von Mobbing keine Ahnung“.

Sie schrieben u.a.: „Wenn ich einen meiner frĂŒheren Arbeitgeber ĂŒbel nachrede, dann ist dies unstrittig ein Indiz dafĂŒr, dass 
. arbeitsrechtliche Pflichten, nicht erledigt wurden.“
Seit dem BĂŒrgermeisterwechsel verlassen die Angestellten die Gemeinde Steinhöfel scharenweise und berichten von â€žĂŒble Nachrede“- Telefonaten zu den neuen Arbeitgebern. Leider darf das hier nicht diskutiert werden. WĂŒrde mich interessieren, ob sie diese Anrufe dann ebenso als Indiz werten wĂŒrden, dass der Arbeitgeber „seine arbeitsrechtlichen Pflichten nicht erledigt hat“. Oder gelten fĂŒr Arbeitnehmer andere Regeln?
Wenn jemand nach 26 Jahren guter Arbeit (ohne Abmahnungen
) ein wenig Dampf ablÀsst, dann muss man schon kritisch hinterfragen, bevor man ein Standardurteil ablegt.
Laut Artikel sieht sich Frau Neitsch seit anderthalb Jahren nach Arbeitsmöglichkeiten im Ausland um. Scheinbar kann die Flucht nicht weit genug weg gehen.
Leider gibt es in Namibia auch Telefone.
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G. Kröll-Wendrich schrieb sinngemĂ€ĂŸ (ich hatte den Kommentar leider nicht kopiert), dass sie als Lehrerin beruflich mit Mobbing zu tun hat und in der Lage sei, aus dem MOZ-Artikel zu erkennen, dass Frau Neitsch keine Anzeichen eines Mobbingopfers hat.
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MitfĂŒhlender:
Hallo G. Kröll-Wendrich,
Sie analysieren Frau Neitsch anhand des Artikels samt Foto: „Ihr LĂ€cheln, ihre Körperhaltung und die Art und Weise wie sie sich der Zeitung gegenĂŒber verhĂ€lt, deuten nicht auf eine seelisch-psychische InstabilitĂ€t hin.“

Ein Laie könnte ein strahlendes Gesicht und optimistische Worte tatsĂ€chlich so deuten. Von jemandem, der gemobbt wurde, erwartet man schließlich auch ein halbes Jahr nach dem Ausscheiden noch sichtbare Spuren. Die Euphorie, die kurz vor dem Flug nach Afrika zu lesen und zu lesen ist, passt einfach nicht.
Vielleicht mĂŒssen Psychologen eben aus diesem Grund ein Studium absolvieren; nĂ€mlich um in der Lage zu sein, hinter die Fassade zu schauen?!
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Kathrin Löbsch:
Liebe Frau G. Kröll-Wendrich,
ich bin eine ehemalige SchĂŒlerin von Ihnen, mein MĂ€dchenname war Kathy. Das ist ja eine Überraschung, Sie hier zu treffen. Seit sieben Jahren arbeite ich nun schon als Psychologin; wie doch die Zeit vergeht.

Im Artikel, die zweite Version mit dem öffentlich erhobenen und unbewiesenen Vorwurf des "Mobbing", und in einigen Sachkommentaren finden sich brauchbare Hinweise, um sich ein erstes Bild von Frau N. und ihren hÀufigen Arbeitplatzwechsel zu machen.

Ihre erfahrungsbasierte Meinung kann ich uneingeschrĂ€nkt unterstĂŒtzen. Wie immer, sehr aufmerksam beobachtet.

Ich melde mich Anfang Juli bei Ihnen telefonisch, wĂŒrde ein paar dienstliche Fragen abklĂ€ren wollen. Bis dahin alles Gute.
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m.mittag
Sehr geehrte Kathrin Löbsch,
welch ein Zufall, seine ehemalige Lehrerin „zufĂ€llig“ nach vielen Jahren auf einer Plattform wiederzutreffen. „ZufĂ€llig“ knapp 5 Stunden nachdem diese einen Kommentar als Hobbypsychologin schrieb. Und „zufĂ€llig“ sind Sie nun eine „echte“ Psychologin, die die „erfahrungsbasierte Meinung (der Kommentarschreiberin) uneingeschrĂ€nkt unterstĂŒtzt.“
Das ist zufĂ€llig Ă€ußerst witzig.


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